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Hohenwaldeck

Die Burgruine Hohenwaldeck liegt östlich vom Südende des Schliersees, nahe dem Ort Neuhaus, 986 m über Normalnull. Sie erhebt sich damit 209 m über den Seespiegel.

 

Auf der Höhenwanderung von Schliersee nach Neuhaus bietet sie einen Rastplatz mit herrlichem Blick über den Schliersee. Wo der Wanderweg sich, von Schliersee kommend, steil ins Tal wendet, bezeichnet ein Hinweisschild nach rechts den Abstecher zur Burgruine. Die Veste wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts von den Herren von Waldeck errichtet. Die Waldecker waren ursprünglich Dienstmannen des Bistums Freising, konnten sich aber nach dem Neubau der Burg eine weitgehend unabhängige Herrschaft aufbauen.

 

Geheimnisvoll und wild romantisch steht sie auf einem Felsvorsprung hoch überm Schliersee, die Burgruine Hohenwaldeck. Nur ein paar Steinmauem haben den Jahrhunderten getrotzt, aber es scheint, als flüsterten sie ihren Besuchern mit dem leisen Rauschen des Windes ihre Geheimnisse zu.

 

Ein bißchen mysteriös mutet die Geschichte der Burg Hohenwaldeck an, da fast nichts über ihre Bewohner und ihren einstigen Zweck bekannt ist. Während ältere Forschungen die Burg bis in die Römerzeit zurückdatieren, vermuten heutige Historiker den Bau zwischen 1150 und 1250. Mauersteine mit wulstartigen Ausbuchtungen könnten ein Indiz für eine Erbauung durch die Römer sein, andere Forschungen widerlegen das.

 

Vielleicht als Fliehburg erbaut, befand sich die Burg ab dem 12. Jahrhundert, im Besitz der Vögte des Chorherrenstiftes Schliersee, der Grafen zu Waldeck. Über 200 Jahre residierte das Adelsgeschlecht im Miesbacher Land, bis es 1516 ausstarb und die Maxlrainer sein Erbe antraten. Der letzte Waldekker, Georg von Waldeck, soll die Burg zumindest zeitweise bewohnt haben. Anzunehmen ist aber, daß die Burg zwischen 1397 und 1408 verlassen wurde.

 

Nach dem Tod des letzten Grafen von Maxlrain fiel die Ruine 1734 an das Kurfürstentum Bayern. Die Existenz der Burg Hohenwaldeck nahm ein jähes Ende, als 1480 ein Felssturz einen großen Teil der Gemäuer zerstörte. Nur der Turm blieb unversehrt, fiel jedoch im Lauf der Jahrhunderte der Erosion zum Opfer. Heute erinnern nur noch Mauerreste und moosbewachsene Felsbrocken, Überbleibsel der Katastrophe von 1480, an die einstige Burg. Eine Originalansicht ist nur noch auf der Pestfahne von 1731 erhalten, die im Schlierseer Heimatmuseum ausgestellt ist.

Über dicke Wurzeln kann man auf dem Gelände der Ruine herumklettern und von jedem Punkt hat man einen anderen Ausblick durch die Bäume auf den Schliersee. Wer die Wanderung fortsetzen möchte, dem bietet sich ein Weg über Oberleiten nach Schliersee an, der an der Ruine beginnt. Oberhalb des Sees wandert man hier gemütlich bis in den Ort, von wo aus man mit dem Bus nach Fischhausen fahren kann. Nach dem Abstieg über denselben Weg zurück nach Fischhausen lockt nach soviel Geschichte, Aussicht und Wandern ein Weißbier zu bayerischen Schmankerln.


   
   
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